geplante Inbetriebnahme 2018

Die Modernisierung des Übertragungsnetzes ist ein Schlüsselfaktor für den Energiewandel. Im Dialog mit der Schweiz gestaltet Swissgrid eine sichere, effiziente und nachhaltige Energiezukunft.

Broschüre
«Strategisches Netz 2025»
Ein modernes
Netz für die Schweiz
Technischer Bericht Grid Expo

01Ausgangslage

Das «Strategische Netz 2025» ist das Netz für die Energiezukunft der Schweiz.

Schweizer Stromsystem
im Umbruch

  • Das «Strategische Netz 2025» ist Ihr Netz

    Die Schweiz stellt höchste Ansprüche an ihr Übertragungsnetz. Die Meinungen, wie sich dieses entwickeln soll, sind jedoch sehr vielfältig. Für Swissgrid ist ein breit abgestützter Dialog über nötige Massnahmen und deren Ausgestaltung daher von grösster Wichtigkeit. Das Netz der Zukunft soll Ihr Netz sein.

    Die Schweiz kann bis 2025 das Netz haben, das sie braucht. Die Modernisierung des Übertragungsnetzes ist und bleibt dabei ein Schlüsselfaktor für eine nachhaltige Energiezukunft. Der von Swissgrid erarbeitete „Bericht zum Strategischen Netz 2025“ legt die erforderlichen Massnahmen zur Netzerweiterung transparent dar. Zudem beleuchtet er die gewissenhaften Abwägungen, die diesen Plänen zu Grunde liegen.

    Es ist nun klar, was zu tun ist. Die in der Folge beschriebenen Projekte müssen ohne Verzug umgesetzt werden, damit die Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleistet bleibt und die Schweiz ihren Beitrag zur europäischen Energiewende liefern kann.

    Verschaffen Sie sich auf den folgenden Seiten einen ersten Überblick. Und beteiligen Sie sich am Dialog zum „Strategischen Netz 2025“. Wir freuen uns darauf.

  • Ein modernes Netz für die Schweiz

    Das Stromsystem der Schweiz steht im grössten Umbruch seiner erfolgreichen Geschichte. Durch die Energiewende verschieben sich nicht nur technische Randbedingungen. Vielmehr verändert sich die gesamte Stromökonomie.

    Doch die Weiterentwicklung des Übertragungsnetzes hat sich in den letzten 40 Jahren dramatisch verlangsamt. Nur rund ein Drittel der insgesamt 6‘700 km Netzlänge von Swissgrid stammen aus der Zeit nach 1980. Die Bedürfnisse an das Netz haben sich aber gerade in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Auf der einen Seite gibt es neue Energiequellen und Kraftwerke, auf der anderen Seite ist auch der Stromkonsum über die letzten Jahre kontinuierlich gewachsen.

    Durch ihre zentrale Lage und Topographie ist die Schweiz zudem eine bedeutende Stromdrehscheibe in Europa. Die Speicherseen des Landes sind nicht nur von grossem Wert für die eigene Versorgungssicherheit, sondern werden auch von den Nachbarn genutzt, um die Stabilität ihrer Netze zu sichern.

    Die insgesamt steigenden Anforderungen führen bereits heute zu strukturellen Engpässen im Übertragungsnetz. In Zukunft wird sich diese Entwicklung eher noch verschärfen. Die entstehenden Schwächen müssen dringend ausgeglichen werden, denn sie gefährden die Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit des Schweizer Stromsystems.

  • Wie Swissgrid heute für das Jahr 2025 plant

    Swissgrid ist für einen wirtschaftlichen Betrieb des Stromübertragungsnetzes verantwortlich und verfolgt deshalb eine möglichst umweltschonende, technisch sichere und volkswirtschaftlich effiziente und damit nachhaltige Modernisierung des Stromnetzes. Das „Strategische Netz 2025“ muss die heute noch unbekannte Versorgungsaufgabe im Jahr 2025 ohne signifikante strukturelle Engpässe erfüllen. Dabei soll der nötige Um- und Ausbau nicht auf Vorrat erfolgen, sondern gemäss nachvollziehbarer, transparenter Abwägungen.

    Auf der Grundlage möglichst realistischer Szenarien simuliert Swissgrid, wo es im Netz zu wiederkehrenden Engpässen kommen wird. In der Folge werden mögliche Entwicklungsmassnahmen sorgfältig nach technischen, ökonomischen und sozialen Kriterien bewertet. Fällt die Beurteilung positiv aus, wird ein Projekt als Teil des „Strategischen Netzes 2025“ weiterverfolgt.

    Falls eine Netzerweiterung technisch notwendig oder ökonomisch sinnvoll ist, wird sie so landschaftsschonend wie möglich umgesetzt. Ein Ausbau wird nur dann geplant, wenn eine Optimierung bestehender Infrastrukturen nicht in Frage kommt, und wenn auch eine Verstärkung des vorhandenen Netzes nicht die gewünschte Entlastung schafft.

Technischer
Bericht S.15
Technischer
Bericht S.31

02Treiberanalyse

Swissgrid hat die grundlegenden Treiber der Netzentwicklung identifiziert.

Einflussfaktoren der Netzentwicklung

Technischer
Bericht S.96

Direkte Treiber

Indirekte Treiber

  • Neue Grosskraftwerke in der Schweiz

    Hierzu kann beispielsweise der Neubau eines grossen Pumpspeichers gehören, welcher die Transportaufgabe in einer Region deutlich verändert. Insbesondere neue Pumpspeicherkraftwerke in dünn besiedelten Regionen mit weniger starken Leitungen verursachen Überlastungen des Netzes.

    Kernenergieausstieg der Schweiz

    Dieser Treiber wirkt sich im «Strategischen Netz 2025» dadurch aus, dass die fehlenden Kapazitäten aus anderen inländischen und ausländischen Quellen ersetzt werden müssen.

    CO2- und Brennstoffpreisentwicklung

    Die Höhe und Volatilität dieser Preise sowie internationale Differenzen haben Auswirkungen auf die Kosten von Netzengpässen und die Stromflüsse zwischen der Schweiz und ihren Nachbarn.

  • Internationaler Verbund

    Der Stromaustausch mit dem Ausland erhöht die Versorgungssicherheit der Schweiz. Er ermöglicht den Export von inländisch produziertem Strom sowie den notwendigen Import in Zeiten mit geringer Eigenproduktion(primär im Winter). Bei steigendem Aufkommen kann es zu einer Überlastung des Netzes kommen. Erwartete Importe und Exporte machen Netzerweiterungen im Inland notwendig.

    Kraftwerkspark und Stromnachfrage
    im benachbarten Ausland

    Änderungen des Kraftwerksparks sowie der Nachfrage im Ausland beeinflussen die internationalen Stromflüsse. Dabei sind die Art der Kraftwerke und ihre Verfügbarkeiten zu berücksichtigen. Zudem beeinflusst der Ausbau der Übertragungsnetze zwischen europäischen Ländern ausserhalb der Schweiz die internationalen Stromflüsse zusätzlich.

  • Versorgung
    nachgelagerter Netze

    Die Verteilnetze passen sich stetig dem Wandel in der Stromnachfrage und -erzeugung an. Neue Anschlussbegehren können zu strukturellen Engpässen führen und dadurch die Versorgungsaufgabe für Swissgrid verändern, was sich auf das «Strategische Netz 2025» auswirkt.

    Stromnachfrage in der Schweiz

    Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaftskraft, Energieeffizienzsteigerungen oder auch neue Wachstumsanwendungen wie Elektroautos haben Auswirkungen auf die Stromnachfrage. Sie beeinflussen zudem das Import- und Exportaufkommen.

    Ausbau erneuerbarer Energien in
    der Schweiz

    Der Ausbau von Photovoltaik, Wind- und Laufwassererzeugung hat sich nicht als Haupttreiber für den Ausbau des Übertragungsnetzes erwiesen. Der Energiewandel wirkt vielmehr über primäre Treiber wie angepasste Einsatzprofile von Grosskraftwerken und internationale Stromflüsse.

03Das Strategische Netz 2025

Das «Strategische Netz 2025» ist technisch sicher, ökonomisch sinnvoll und nachhaltig.

Massnahmen für den Um-
und Ausbau des Netzes

Technischer
Bericht S.183
  • Wichtige Netz-
    erweiterungsprojekte und juristisch begründete Netzprojekte

  • Project of Common
    Interest (PCI)

    nicht Teil vom
    Strategischen Netz 2025

  • Projekte aus dem
    «Strategischen Netz 2015», die wegfallen

Mathod – Mühleberg

Froloo – Flumenthal

Obfelden – Samstagern

Trassenverlegung Balzers

Génissiat – Foretaille

Bassecourt – Mühleberg

Chamoson – Chippis

Chippis – Bickigen

Chippis – Lavorgo

Beznau – Mettlen

Mettlen – Ulrichen

Magadino

Pradella - La Punt

San Giacomo

Bodensee-Interkonnektor

Mettlen – Verderio

Mathod – Galmiz

Riddes – Chamoson

Wattenwil – Mühleberg

Mettlen – Airolo

Obfelden – Thalwil – Grynau

Lavorgo – Morbegno

Auwiesen – Fällanden

Anschluss Ova Spin

04Netzplanung verbindet

Swissgrid hat ihre Planungsgrundlagen mit Vertretern der Anspruchsgruppen abgestimmt.

Dialog für eine nachhaltige Energiezukunft

Technischer
Bericht S.21

Swissgrid Logo

Öffentlich-
keit

Verwaltung

Politik

Branche

Forschung

Verbände

Veranstaltungskalender
30.4.2015 Jahresmedienkonferenz
Park Hyatt, Zürich
12.5.2015 Netzforum
Verkehrshaus, Luzern

Aufzeichnungen

Impressionen

Stimmen zur Grid Expo

21.5.2015 «Le réseau électrique de demain»
EPFL, Lausanne

Aufzeichnungen (französisch)

Impressionen

Expertenmeinungen

1.–5.6.2015 Ausstellung
BEKB, Bern
9.6.2015 Parlamentarieranlass
Lorenzini, Bern
16.–19.6.2015 «Das Stromnetz der Zukunft»
ETH, Zürich

Aufzeichnungen

Impressionen

05Methodik

Swissgrid setzt in der Netzplanung auf modernste, anerkannte Methoden.

Modernste Techniken der Netzplanung

Technischer
Bericht S.45
Technischer
Bericht S.55

Szenariotrichter

Szenarien statt Prognosen

Die Netzplanung für das «Strategische Netz 2025» basiert auf zwei unterschiedlichen Kernszenarien für die Jahre 2025 und 2035. Diese werden durch zwei Randszenarien für das Jahr 2035 flankiert. Diese sind nicht als Vorhersage der Zukunft zu verstehen, sondern bilden einen möglichen Raum von Entwicklungen, den sogenannten Szenariotrichter. Die verwendeten Szenarien basieren auf den Energieperspektiven 2050 des Bundes und Daten des Verbands Europäischer Übertragungsnetzbetreiber. Sie wurden soweit möglich mit Vertretern der Branche und Politik sowie Umweltverbänden abgestimmt.

Kernszenarien (2025 & 2035)

On Track – Anstieg der Erneuerbaren

und bis 2035 KKW-Ausstieg

Sun

Slow Progress – geringer Ausbau von Erneuerbaren und kein voll-

ständiger KKW-Ausstieg bis 2035

On Track

2025

Slow Progress

2025

Randszenarien (2035)

Sun – starker Ausbau von Photovoltaik

Stagnancy

Stagnancy – Energiepreise verharren auf heutigem Niveau

heute

2025

2035

Marktsimulation für grösstmögliche Transparenz

Die unterschiedlichen Szenarien bilden die Grundlage für die Simulation des zukünftigen Strommarktes. Ziel ist, für jede Stunde abzuschätzen, wieviel die Kraftwerke im In- und Ausland zur Deckung des jeweiligen Verbrauchs produzieren werden. Daraus lassen sich die resultierenden inländischen und grenzüberschreitenden Stromflüsse ableiten und die Strompreise simulieren.

Technischer
Bericht S.58
Technischer
Bericht S.215

Szenarien und Annahmen 2025

  • STARTNETZ
    2015

  • ON TRACK
    2025

  • SLOW
    PROGRESS
    2025

  • «Startnetz 2015»

    Das Übertragungsnetz der Swissgrid wird im Rahmen der durch die Bewilligungsverfahren vorgegebenen Planungszeiten kontinuierlich den sich verändernden Anforderungen angepasst. So wurden nach der Netzübernahme Verbesserungsmassnahmen identifiziert, die bereits in der Umsetzung sind bzw. 2015 realisiert werden. Zusammen mit dem heutigen Übertragungsnetz (Ist-Netz) bilden diese Massnahmen das Startnetz 2015. Aufbauend auf diesem Netz werden die Lastflussberechnungen durchgeführt, Engpässe identifiziert und Massnahmen zur Beseitigung der Engpässe abgeleitet.

    Alle Werte stammen aus dem Jahr 2013.

    Verbrauch Schweiz (TWh/a)

    Wind (GW)

    Solar (GW)

    Schweiz

    EU

    Schweiz

    EU

    63.8

    78.4

    0

    50

    0.76

    0.06

    0

    100

    112.4

    CO2-Preise (EUR/t)

    Netztransferkapazität (GW)

    Pumpspeicherkraftwerke

    2013

    2013

    Linthal

    5.3

    4.2

    Norden

    (AT, D, F)

    Italien

    4.48

    Veytaux

    Nant de Drance

    Kraftwerksentwicklung ENTSO-E (GW)

    Brennstoffpreise

    Gas

    €/MWh

    Steinkohle

    $/t

    Braunkohle

    $/t

    Leichtöl

    €/bbl

    Schweröl

    €/bbl

    Fossil-Thermisch

    Kernkraft

    24.8

    75.1

    Wasserkraft

    78.4

  • «On Track 2025»

    Das Szenario «On Track» geht davon aus, dass der in der Energiestrategie des Bundes geplante Umstieg auf Erneuerbare zeitgerecht umgesetzt wird. «On Track» orientiert sich bezüglich Schweizer Verbrauch und Umfeldentwicklung am Szenario «Neue Energiepolitik» der Energieperspektiven 2050 des Bundes. In der Schweiz wird der Kernkraftausstieg vollzogen. Der Ausbau an Photovoltaik- und Windkapazitäten geht voran und beträgt gesamthaft 4,2 GW im Jahr 2025 und 8,2 GW im Jahr 2035. Durch Energieeffizienzmassnahmen kommt es zu einem leichten Rückgang des Stromverbrauchs in der Schweiz.

    Verbrauch Schweiz (TWh/a)

    Wind (GW)

    Solar (GW)

    Schweiz

    EU

    Schweiz

    EU

    136

    3.5

    0.71

    247

    61.5

    0

    50

    0

    100

    CO2-Preise (EUR/t)

    Netztransferkapazität (GW)

    Pumpspeicherkraftwerke

    50.7

    2025

    2025

    Linthal

    Norden

    (AT, D, F)

    Italien

    8.6

    5.5

    Veytaux

    Nant de Drance

    Kraftwerksentwicklung ENTSO-E (GW)

    Brennstoffpreise

    Gas

    €/MWh

    Steinkohle

    $/t

    Braunkohle

    $/t

    Leichtöl

    €/bbl

    Schweröl

    €/bbl

    Fossil-Thermisch

    12.9

    Kernkraft

    29.3

    92.5

    95

    49.9

    Wasserkraft

  • «Slow Progress 2025»

    Das Szenario «Slow Progress» orientiert sich bezüglich Schweizer Verbrauch und Umfeldentwicklung an dem Szenario «Weiter-wie-bisher» der Energieperspektiven 2050. Es geht davon aus, dass sich ein Umstieg auf Erneuerbare Energien in der Schweiz verzögert. Der vollständige Kernkraftausstieg ist bis zum Jahr 2035 noch nicht erreicht und der Ausbau an Photovoltaik- und Windkapazitäten geht langsamer als erhofft voran. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch in der Schweiz bis zum Jahr 2035 kontinuierlich an.

    Verbrauch Schweiz (TWh/a)

    Wind (GW)

    Solar (GW)

    Schweiz

    EU

    Schweiz

    EU

    176

    117

    1.8

    67.2

    0.24

    0

    50

    0

    100

    CO2-Preise (EUR/t)

    Netztransferkapazität (GW)

    Pumpspeicherkraftwerke

    2025

    2025

    15.6

    Linthal

    Norden

    (AT, D, F)

    Italien

    Veytaux

    7.5

    4.4

    Nant de Drance

    Kraftwerksentwicklung ENTSO-E (GW)

    Brennstoffpreise

    Gas

    €/MWh

    Steinkohle

    $/t

    Braunkohle

    $/t

    Leichtöl

    €/bbl

    Schweröl

    €/bbl

    Fossil-Thermisch

    103.3

    116

    12.9

    34.3

    61.2

    Kernkraft

    Wasserkraft

Technischer
Bericht S.135
Technischer
Bericht S.145

Methodik

  • TOOT

  • Netz-
    mapping

  • CBA

  • TOOT-Prozess

    Engpässe

    identifizieren

    Vollständig

    ausgebautes

    Vergleichsnetz

    Projekt

    definieren

    Projekt

    entfernen

    Redispatch

    Auswirkung auf

    Kraftwerke und/

    oder NTC*

    Anpassung der

    Marktsimulation

    Volks-

    wirtschaftlicher

    Nutzen

    Netzverluste/

    Änderung der

    Netzverluste

    Netto-

    investitions-

    kosten

    Robustheit/

    Flexibilität

    Netz-

    sicherheit

    Versorgungs-

    sicherheit

    (vertikal)

    Grid

    Transfer

    Capability

    Integration

    erneuerbarer

    Energien

    CO2-

    Einsparung

    Multikriterielle CBA

    Ergebnis multikriterielle CBA

    * NTC – Net Transfer Capacity

    TOOT – Take Out One at a Time

    Im Rahmen der Kosten-Nutzen-Analyse wird die Auswirkung eines Projektes anhand eines Vergleichsfalles (hier: Vergleichsnetz) beurteilt. TOOT steht für «Take Out One at the Time» und entspricht dem Entfernen eines Projekts aus einem vollständig ausgebauten Vergleichsnetz. Der Nutzen wird berechnet, indem aus dem Vergleichsnetz das betreffende Projekt herausgenommen wird (sogenannter «TOOT-Fall»). Im Anschluss werden die Parameter der multi-kriteriellen Kosten-Nutzen-Analyse dieses «TOOT-Falls» mit denen des vollständig ausgebauten Vergleichsnetzes verglichen.

  • PINT LOOP

    Netz heute

    8736 Modelle

    Lastfluss-Analyse

    (n-1), U/Q

    Imax

    10˚C

    20˚C

    40˚C

    Modell

    Anpassung

    (n-1)-

    Engpässe

    Mapping

    Netz-

    ausbau

    Marktdaten

    > Netz

    Netz-

    verstärkung

    Identifikation

    schlimmster

    Engpass

    Netz-

    optimierung

    Ergebnisse

    Marktsimulation

    Gen/Pump Last

    Definition

    Massnahme

    (NOVA)

    Netz

    PINT 2025

    Ja

    Nein

    1

    2

    8736

    Stunden

    Netzmapping

    Die Ergebnisse der Marktsimulation werden in einem weiteren Schritt auf das heutige Netz gespiegelt. Es zeigt sich, ob das bestehende Netz in der Lage ist, die künftigen Stromflüsse zu bewältigen.
    Dort, wo sich strukturelle Engpässe ergeben, besteht für die Planer Handlungsbedarf.

    Netzsimulation

    Zur Bestimmung der notwendigen Netzerweiterungsprojekte im Schweizer Übertragungsnetz wird der Fokus nur auf die Schweiz gelegt. Schritt für Schritt wird das heutige Netz um Massnahmen ergänzt, bis die strukturellen Engpässe aus der Netzsimulation beseitigt sind. Dies geschieht nach dem sogenannten PINT-Verfahren (Put In One at the Time).
    Zur Minimierung von Umwelt- und Landschaftseinflüssen gilt: Netzoptimierung vor Netzverstärkung vor Netzausbau (NOVA). Das Ergebnis ist ein Netz, das in den eingesetzten Szenarien einen sicheren Betrieb ermöglicht.

  • geplante Netzmassnahmen:

    Projekt 1

    Projekt 2

    Differenzierte

    Entscheidungsgrundlage

    Quantifizierbare

    Faktoren

    Qualitative Faktoren

    in Kategorien (z. B.

    positiv-neutral-negativ)

    in CHF

    für zukünftige Projekte

    hoch

    Faktoren im Detail

    Energiewirtschaftlicher

    Nutzen

    Kosten durch Netzverluste

    NUTZEN

    Direkte Kosten

    Versorgungssicherheit für

    Stromempfänger

    Netzsicherheit

    gering

    Robustheit und Flexibilität

    Umweltauswirkungen

    Projekt wird realisiert

    KOSTEN / SCHADEN

    Projekt wird verworfen

    hoch

    Multikriterielle Kosten-Nutzen-Analyse

    Die ermittelten Ausbaumassnahmen werden nun in einer multikriteriellen Kosten-Nutzen-Analyse für die Schweiz bewertet. Neben gut messbaren monetären Nutzen und Kosten berücksichtigt diese Analyse gleichberechtigt qualitative Kriterien wie den Beitrag zur Versorgungssicherheit oder Umweltauswirkungen. Wird eine Erweiterungsmassnahme nach der multikriteriellen Bewertung als positiv eingestuft, wird sie ins «Strategische Netz 2025» aufgenommen.

FAQ

Fragen zum Strategischen Netz 2025?

Netzausbau

  • Warum braucht es überhaupt einen Netzausbau?

    Für eine sichere und effiziente Stromversorgung auch in Zukunft muss das Schweizer Übertragungsnetz in den nächsten Jahren modernisiert, um- und ausgebaut werden.

    Swissgrid hat im Bericht „Strategisches Netz 2025“ die grundlegenden Treiber der Netzentwicklung identifiziert und dargelegt. Die Treiberanalyse zeigt auf, welche Bewegungen im Stromsystem sich auf das Übertragungsnetz auswirken. Die direkten Treiber bedingen eine technische Erweiterung des bestehenden Netzes. Diese sind:

    • Neue Grosskraftwerke in der Schweiz: Die neuen grossen Wasserkraftwerke verändern die Transportaufgabe in einer Region deutlich.
    • Internationaler Verbundbetrieb: Der Stromaustausch mit dem Ausland erhöht die Versorgungssicherheit der Schweiz. Die erwarteten Importe und Exporte machen Netzerweiterungen im Inland notwendig.
    • Versorgung nachgelagerter Verteilnetze: Verteilnetze passen sich der Stromnachfrage und -erzeugung an. Anschlussbegehren können zu strukturellen Engpässen im Übertragungsnetz führen.

    Daneben gibt es indirekte Treiber, die den Netzerweiterungsbedarf indirekt bestimmen. Diese sind:

    • Ausbau erneuerbarer Energien in der Schweiz: Wirkt über direkte Treiber wie Einsatzprofile von Grosskraftwerken und internationale Stromflüsse.
    • Kernenergieausstieg der Schweiz: Fehlende Kapazitäten sollen vermehrt durch dezentrale Stromproduktion, z.B. Solar- und Windkraftwerke, respektive Importe ersetzt werden.
    • Kraftwerkspark und Stromnachfrage im benachbarten Ausland: Änderungen beeinflussen die Stromflüsse.
    • Stromnachfrage in der Schweiz: Beeinflusst das Import- und Exportaufkommen.
    • CO2- und Brennstoffpreisentwicklung: Haben Auswirkungen auf die Kosten von Netzengpässen und die Energieflüsse.
  • Wer profitiert vom Netzausbau?

    In erster Linie dient der Netzausbau zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit, von welcher alle Haushalte und Unternehmungen profitieren. Der Nutzen der einzelnen Projekte geht aus der detaillierten Bewertung hervor, die Swissgrid für jedes Projekt vorgenommen hat. Dabei hat Swissgrid den technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen bewertet.

  • Warum wird behauptet, dass es den Netzausbau zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit braucht, obwohl es keine Stromunterbrüche gibt?

    Es wird zunehmend anspruchsvoller, das Netz trotz höherer Belastung sicher zu betreiben. Die Versorgungssicherheit ist bereits heute und künftig ohne Netzausbau in erhöhtem Masse nur dadurch gewährleistet, weil Swissgrid aktiv in die Kraftwerkseinspeisung eingreift. Täglich sind Massnahmen im Echtzeitbetrieb notwendig, um Einspeisung und Verbrauch im Gleichgewicht zu halten. Diese Eingriffe sind betrieblich möglichst gering zu halten und volkswirtschaftlich ineffizient.

  • Dient der Netzausbau in der Schweiz nicht primär für den Transit?

    Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der europäische Verbundnetzbetrieb einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Schweiz leistet. Importe und Exporte von Strom sind ökonomisch effizient. Swissgrid unterscheidet in ihrer Netzplanung klar zwischen Projekten, die für die Schweiz technisch notwendig und ökonomisch sinnvoll sind und denen, die sich aus Sicht des europäischen Verbundsystems möglicherweise lohnen.

    Leitungen, die nicht primär für die Landesversorgung notwendig sind, werden im europäischen Kontext weiterverfolgt, sofern die Sinnhaftigkeit für das Strom-Gesamtsystem sichergestellt und die Finanzierung aus Schweizer Sicht angemessen geregelt ist.

  • Wer trägt die Kosten des Netzausbaus?

    Die Kosten für den Netzausbau werden via Netznutzungstarife getragen.

Netzplanung

  • Warum macht Swissgrid eine Netzplanung (gerade jetzt)?

    Eine sorgfältige und vorausschauende Netzplanung ist für die bedarfs- und zeitgerechte Weiterentwicklung und Modernisierung des Stromnetzes zwingend notwendig und eine zentrale Voraussetzung, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Als nationale Netzgesellschaft hat Swissgrid zudem die gesetzliche Pflicht, das Netz in regelmässigen Abständen strategisch zu planen. Darauf basierend wird eine Mehrjahresplanung erarbeitet, die dem Regulator auf Wunsch vorgelegt wird.

  • Was passiert mit der Netzplanung von Swissgrid? Wie verbindlich ist sie?

    Das «Strategische Netz 2025» bildet die Grundlage für die Mehrjahresplanung von Swissgrid. Swissgrid setzt keine Projekte um, die nicht im «Strategischen Netz 2025» enthalten sind. Die Projekte selber werden wie bisher im Rahmen des Sachplanverfahrens vom Bundesrat bestätigt.

  • Die Entscheidungen zur neuen Energiepolitik in der Schweiz und Europa sind noch nicht gefällt. Ist der Zeitpunkt für die Netzplanung nicht falsch gewählt?

    Die Swissgrid Netzplanung baut bewusst auf den bekannten resp. erwarteten Entwicklungen in Markt, Technik und Politik auf. Mittels verschiedener Szenarien wird sichergestellt, dass etwaige Änderungen in der nationalen und europäischen Energiepolitik soweit als möglich adressiert sind.

    Sollte es zu einem Richtungswechsel kommen, der Auswirkungen auf die Netzplanung hat, wird dies im darauffolgenden Planungszyklus berücksichtigt. Der Prozess der Netzplanung läuft somit parallel aber nicht unabhängig zu politischen Entscheiden.

  • Warum hat die Netzplanung so lange gedauert?

    Swissgrid hat zum ersten Mal eine gesamtschweizerische Netzplanung durchgeführt. Die Arbeit hat sich als sehr komplex und aufwändiger erwiesen als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig war es Swissgrid wichtig, die Planung umfassend, d.h. unter Berücksichtigung aktueller Veränderungen des Umfeldes und mit modernen Planungs-Methoden durchzuführen.

  • Machen andere TSO auch eine solche Netzplanung? Gleich wie Swissgrid?

    Als einer der ersten Netzbetreiber in Europa legt Swissgrid für das «Strategische Netz 2025» neben der Betrachtung der technischen Kriterien einen Fokus auf die Betrachtung des volkswirtschaftlichen Nutzens der Netzmassnahmen.

    Der Vergleich der von Swissgrid in der Markt- und Netzsimulation verwendeten Techniken sowie Tools mit denen anderer europäischer Übertragungsnetzbetreiber zeigt, dass die transparente, aber auch aufwendige Swissgrid Netzplanung im europäischen Vergleich als fortschrittlich einzuordnen ist.

Methodik

  • Auf welchen Annahmen basiert die Planung?

    Um der Gefahr der Parteilichkeit bzw. fehlenden Unvoreingenommenheit zu begegnen, hat Swissgrid entschieden, wo immer möglich auf externe Quellen zuzugreifen. Die verwendeten Szenarien basieren auf den Energieperspektiven 2050 des Bundes und Daten des Verbands Europäischer Übertragungsnetzbetreiber. Sie wurden soweit möglich mit Vertretern der Branche und Politik sowie Umweltverbänden abgestimmt.

  • Wie ist Swissgrid vorgegangen?

    Swissgrid ist in der Netzplanung in 4 Schritten vorgegangen:

    • Bestimmung von Szenarien für einen Szenariotrichter: Zwei Szenarien für die Jahre 2025 und 2035, zwei Randszenarien für das Jahr 2035.
    • Durchführung einer Marktsimulation: Für jede Stunde wird berechnet, wieviel die Kraftwerke im In- und Ausland zur Deckung des jeweiligen Verbrauchs produzieren werden.
    • Durchführung der Netzsimulation: Es wird bestimmt, welche Netzerweiterungen das Schweizer Übertragungsnetz braucht, um die aus der Marktsimulation resultierenden Stromflüsse auch künftig transportieren zu können.
    • Durchführung der Multikriteriellen-Kosten-Nutzen-Analyse: Ermittelte Ausbaumassnahmen werden zum Schluss mittels quantitativen (u.a. monetäre) und qualitativen Kriterien bewertet.
  • Wie breit ist die Planung abgestimmt mit Behörden, Branche und weiteren Partnern?

    Die verwendeten Szenarien basieren auf den Energieperspektiven 2050 des Bundes und Daten des Verbands Europäischer Übertragungsnetzbetreiber. Sie wurden soweit möglich mit Vertretern der Branche und Politik sowie Umweltverbänden abgestimmt:

    • Zum Abgleich der wesentlichen Annahmen für die Kernszenarien wurden die benachbarten Übertragungsnetzbetreiber nach ihren Szenarien befragt.
    • Für die Entwicklung des Randszenarios „Sun“ hat Swissgrid die Umweltallianz miteingebunden.
    • Die Pläne der Verteilnetz- und Kraftwerksbetreibern wurden im Rahmen regelmässiger Arbeitsgruppensitzungen in die Netzplanung aufgenommen.
  • Sie sprechen vom «Strategischen Netz 2025» adressieren aber gleichzeitig das Jahr 2035? Wie verhält sich das?

    Die Berechnungen für das «Stützjahr» 2035 belegen die Robustheit der Netzkonfiguration und unterstreichen die Notwendigkeit der Projekte im «Strategischen Netz 2025»

Ergebnisse

  • Welches sind kurz zusammengefasst die wichtigsten Ergebnisse der Planung?

    • Kein Bauen auf Vorrat. Das «Strategische Netz 2025» verfolgt den Grundsatz der bedarfsgerechten Netzerweiterung NOVA. Eine Netz-Optimierung ist einer Verstärkung vorzuziehen, die wiederum Priorität vor einem Ausbau hat.
    • Folgende Kilometer müssen modernisiert bzw. ausgebaut werden:
      • Optimierung und Verstärkung von 280 km (vorher 1000 km)
      • Neubau von 370 km (vorher 300 km)
    • Die Projekte aus dem «Strategischen Netz 2015» werden mit wenigen Ausnahmen bestätigt. Von Swissgrid nicht mehr weiterverfolgt werden:
      • Mathod – Galmiz
      • Wattenwil – Mühleberg
      • Mettlen – Airolo
      • Anschluss Ova Spin
      • Lavorgo – Morbegno
      • Obfelden – Thalwil – Grynau
      • Riddes – Chamoson
      • Auwiesen – Fällanden
  • Wie viel muss ausgebaut werden?

    Insgesamt werden im «Strategischen Netz 2025» folgende Netzmodernisierungen ausgewiesen:

    • Optimierung; Erhöhung der Spannung von 220 auf 380 kV auf dafür dimensionierten Leitungen: 193 Kilometer
    • Verstärkung; Ersatz von bestehenden Leitungen zur Erhöhung der Spannung von 220 auf 380 kV: 87 Kilometer
    • Ausbau; Neubau von Übertragungsleitungen auf einem neuen Trassee: 370 Kilometer
  • Wieviel kostet der Netzausbau? Wie setzen sich die Kosten zusammen?

    Die Gesamtinvestitionskosten in Netzerweiterung und -erhalt bis ins Jahr 2025 belaufen sich auf knapp 2.5 Mrd. CHF. Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

    • Etwas über 1.4 Mrd. CHF für die Realisierung aller Erweiterungsprojekte.
      • Projekte, die sich in einem frühen Planungsstadium befinden oder noch nicht in Umsetzung befinden, werden generelle Planungskostenansätze für Freileitungen verwendet (z.B. typische spezifische Kosten CHF/km).
      • Projekte, deren Planungen bereits fortgeschritten sind und daher genauere Informationen zu den technischen Lösungsansätzen vorliegen, werden die Kosten aus der projektspezifischen Kalkulation verwendet.
    • Gut 1 Mrd. CHF für den Netzerhalt (Ersatz, Instandhaltung und Dienstbarkeitserneuerung)
  • Warum braucht es nun plötzlich Projekte nicht mehr, obwohl 30 Jahre lang behauptet wurde, es brauche sie?

    Nicht mehr erforderlich sind die Projekte aufgrund von Änderungen in der Erzeugungs- und Netzstruktur in Europa und der Schweiz.

  • Was passiert mit den im «Strategischen Netz 2025» nicht bestätigten Projekten?

    Projekte, die gegenüber dem «Strategischen Netz 2015» nun im «Strategischen Netz 2025» nicht bestätigt sind, wird Swissgrid in Absprache mit dem Bundesamt für Energie und mitbeteiligten Projektpartnern aus den teils laufenden Verfahren zurückziehen. Dabei werden auch die Konsequenzen der Nicht-Weiterführung gemeinsam mit den relevanten Partnern und Betroffenen evaluiert und aufgesetzt.

  • Was gibt Swissgrid die Sicherheit, dass es wirklich dasjenige Netz ist, das es 2025 brauchen wird?

    Jede längerfristige Planung ist mit Unsicherheiten behaftet. Dem begegnet Swissgrid, indem zwei Kernszenarien für die Jahre 2025 und 2035 sowie zwei zusätzliche Randszenarien für das Jahr 2035 entwickelt wurden. Dieser aufgespannte, langfristig öffnende Szenarientrichter sorgt dafür, dass die Realität vermutlich irgendwo dazwischen liegt.

    Die getroffenen Annahmen zu den direkten Treibern der Netzentwicklung für den Zeithorizont 2025 können als gesichert betrachtet werden (z.B. die PSKW NdD, KLL und Veytaux+).

  • Wo liegt der Unterschied bei den Ergebnissen zwischen dem Netz 2025 und dem Netz 2035?

    Swissgrid fokussiert auf das «Strategische Netz 2025». Für das Jahr 2035 wurden Szenarien gerechnet, um die Kosten-Nutzen-Analyse über zwei Stützjahre durchzuführen und die Projekte im «Strategischen Netz 2025» zu erhärten.

    Die Ergebnisse für das Jahr 2035 zeigen weitere Projekte auf, die in allen bzw. einem Grossteil der Szenarien erforderlich werden könnten.

  • Was passiert, wenn die Netzprojekte bis 2025 nicht realisiert sein werden?

    Die Wasserkraftwerke werden nicht wie geplant produzieren können, was einen volkswirtschaftlichen Verlust bedeutet. Schweizweite Versorgungsunterbrüche sind unmittelbar keine zu erwarten. Im schlimmsten Fall kann es zu Verbrauchseinschränkungen oder auch zu regionalen Unterbrüchen kommen.

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